Schliemann ArbZG-Kommentar 3. Auflage

Harald Schliemann

ArbZG

Arbeitszeitgesetz mit Nebengesetzen

Kommentar, 3. Auflage 2017

 

Luchterhand Taschenkommentare

Luchterhand-Verlag

914 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-472-08956-8

EUR 98,00

 

www.luchterhand-fachverlag.de

 

Der Autor

 

Harald Schliemann, Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht i.R., Thüringer Justizminister a.D., Rechtsanwalt.

 

 

Meinung des Rezensenten

 

Mit dieser Neuauflage des Kommentars zum Arbeitszeitgesetz und dem damit verbundenen Zugang zum Online-Portal JURION behauptet der Luchterhand-Verlag seinen Anspruch auf die aktuell empfehlenswerteste Kommentierung des Arbeitszeitrechts. 

Buchrückentext der 3. Auflage

Das zwingend einzuhaltende Arbeitszeitschutzrecht bildet den Kern der sozialen Schutzrechte der Arbeitnehmer. Es beruht weitgehend auf der EU-Arbeitszeitrichtlinie und deren Umsetzung durch das Arbeitszeitgesetz. Neben dem Arbeitszeitgesetz bestehen weitere und z.T. speziellere für den Arbeitszeitschutz bedeutende Regelungen, v.a. im Ladenschluss- oder Ladenöffnungsrecht der Länder, im Straßenbeförderungsrecht, im Mutterschutzgesetz und im Jugendarbeitsschutzgesetz. Zudem sind die einschlägigen Mitbestimmungsregelungen im Betriebsverfassungsgesetz, im Personalvertretungsrecht und in den Mitarbeitervertretungsnormen der Kirchen zu beachten.

Das vorliegende Werk kommentiert das ArbZG und alle vorgenannten Arbeitszeitschutznormen und zeigt deren Zusammenhänge auf. Beispiele, Schaubilder und Übersichten bieten einen schnellen und verständlichen Einstieg in die Materie. Ein ausführliches Sachverzeichnis und Gliederungsübersichten zu den kommentierten Normen erleichtern das schnelle Auffinden der gesuchten Antwort. 

Vergleich zur vorherigen Auflage

In der Rezension zur 2. Auflage dieses Kommentars (Mai 2013) wurde lobend erwähnt: "Der 'Schliemann' ist ausführlicher als vergleichbare Kommentare, begründet häufiger und bietet viele anschauliche Beispiele." Dies hat sich nicht geändert, denn die 3. Auflage enthält keine grundsätzlichen Änderungen, sondern ist im Wesentlichen der in den vergangenen drei bis vier Jahren neu ergangenen Rechtsprechung geschuldet. Hinzugekommen sind lediglich zwei weitere Anhänge zu den Verordnungen über Ausnahmen vom Verbot der Beschäftigung von Arbeitnehmern an Sonn- und Feiertagen in der Eisen- und Stahlindustrie sowie in der Papierindustrie, deren jeweilige Bedeutung in den Vorbemerkungen erwähnt werden. Die gute Lesbarkeit und Verständlichkeit dieses Kommentars ist somit weiterhin positiv hervorzuheben, zu jedem Abschnitt zusätzlich eingefügte Übersichten verbessern sogar noch die direkte Suche nach speziellen Kommentierungen. Die vielen Erläuterungen zum Hintergrund, die Diskussion von Randbereichen und Sonderformen der Arbeitszeit-Gestaltung sowie die grafischen Darstellungen lassen den Kommentar nach Ansicht des Rezensenten weiterhin als bestes Werk zu diesem Thema erscheinen.   

Verbesserungen im Detail

Inhaltlich sind keine wesentlichen Unterschiede zur 2. Auflage feststellbar. Die neuen und geänderten Texte nehmen entweder die aktuelle Rechtsprechung auf oder dienen der Klarstellung zu bisher strittigen, juristisch noch nicht eindeutig geklärten Tatbeständen. Dazu zählen auch die durch neue Arbeitsformen und -organisationen (z.B. "Arbeit 4.0") entstandenen zusätzlichen Fragestellungen, die der Autor thematisiert und - soweit möglich - aus juristischer Sicht kommentiert.

Beispiel 1: Gelegentlich wird behauptet, dass man die wöchentliche Höchstarbeitszeit überschreiten dürfe, wenn auch an Sonntagen gearbeitet wird. Dass diese Behauptung nicht sachgerecht ist, stellt der Autor nun mit einem den Kommentar zu § 11 ArbZG in Rn 8 ergänzenden Satz eindeutig klar.

Beispiel 2: Im Zusammenhang mit dem vermeintlichen Widerspruch, dass ein Arbeitstag, an dem maximal zehn Stunden gearbeitet werden dürfen, mit der Arbeitsaufnahme beginnt und 24 Stunden andauert, und der Definition des Sonntags und des Feiertags mit dem Zeitraum von 0:00 Uhr und 24:00 Uhr stellt der Autor - mit Berufung auf ein aktuelles Urteil des BVerwG klar, dass vor einem gesetzlichen Feiertag die Arbeit unbedingt um 24:00 Uhr beendet sein muss. Die zeitlich genau festgelegte Feiertagsruhe darf somit unabhängig vom Beginn der Arbeit am Vortag nicht gestört werden.

Für die Praxis ist es enorm hilfreich, wenn diese (und andere) häufig kontrovers diskutierten Themen durch einen juristischen Kommentator aufgegriffen und zweifelsfrei geklärt werden.

Keine Verbesserung...

... ist beispielsweise in der Grafik zu § 9 Rn 12 zu erkennen: Weiterhin wurde der Schreibfehler ("gestezlich") nicht beseitigt. Ob dies außer mir noch niemandem aufgefallen ist?

Jurion

Auch mit der Neuauflage enthält der Käufer des Buches einen auf 90 Tage begrenzten Zugang zu jurion.de. Gegenüber der vorherigen Auflage wurde das Verfahren jedoch geändert: Der persönliche Freischaltcode für die Online-Variante dieses Kommentars  (nun nicht mehr als "jBook" bezeichnet) muss durch Anruf bei JURION oder bei einem Buchhändler übermittelt werden, woraufhin die sofortige Nutzung freigeschaltet wird. Der Verlag bietet den Lesern damit den Online-Zugang, der das komplette Buch und einige zusätzliche nette Features enthält: Die Verlinkung mit den zitierten Rechtsnormen und Entscheidungen, Recherche-Möglichkeiten sowie alle bundes- und europarechtlichen Entscheidungen und Vorschriften. Auch ein kostenloser Newsletter zum Arbeitsrecht wird angeboten. Der Testzugang wird automatisch nach 90 Tagen beendet und ist völlig unverbindlich.

 

TEMPI Gesellschaft für ganzheitliche Arbeitszeitberatung mbH

Karl-Hermann Böker

Hartlager Weg 61a

33604 Bielefeld


Fon: 05 21 - 45 36 18 1

Mobil: 01 78 - 17 30 75 7

Fax: 05 21 - 45 32 04 1

E-Mail: buero@tempi.de